Phönix     

Wohngruppe

Leitgedanken

Die Wohngruppe Phönix ist konzipiert als sozialpädagogische Erziehungshilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, von denen sich vermutlich weder Personensorgeberechtigte noch Erziehungsberechtigte in Deutschland aufhalten und die im Rahmen der Jugendhilfe versorgt und gefördert werden müssen. Das Angebot richtet sich an Klienten, die aufgrund ihres Alters den Bedarf einer intensiven jugendgerechten (pädagogischen und psychologischen) Betreuung und Versorgung mitbringen und in Sicherheit zunächst zur Ruhe kommen müssen.

 

Das bedeutet grundsätzlich:

  • Bereithalten eines geeigneten Wohnraums/Gewährung eines Schutzraums
  • Unterstützung bei der Sicherung des Aufenthalts
  • Erwerb deutscher Sprachkenntnisse
  • Integration in eine Regelschule
  • berufliche Qualifikation (gelingender Übergang von Schule zu Ausbildung)
  • Versorgung mit ausgewogenen und ausreichenden Mahlzeiten
  • Gewährung von Taschengeld/Versorgung und Reinigung der benötigten Kleidung
  • Sicherung der Krankenhilfe

 

Platzzahl / Aufnahmealter

8 Plätze für männliche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ab 14 Jahren

 

Rechtsgrundlagen

Da sich die Wohngruppe als Anschlussmaßnahme an eine Inobhutnahme bzw. ein zuvor erfolgtes Clearingverfahren begreift, werden Klienten aufgenommen, die Hilfen gem. §§ 27 & 34 und 41 SGB VIII bedürfen.




Ziele

Widmet sich die Arbeit auf Grundlage des Selbstverständnisses, aus dem Ausland geflohenen Jungen im Kontext des SGB VIII genau dieselben Hilfen anzubieten wie hiesigen Klienten im allgemeinen auch den "klassischen Themengebieten" der Jugendhilfe (Pubertät, Schulprobleme, Partnerschaften, Drogen- und Medienkonsum etc.), sind weitere, insbesondere fluchtspezifische Themengebiete angemessen zu bearbeiten, um das Hauptziel - die Integration in die deutsche Gesellschaft - erreichen zu können.

 

Zu thematisierende und aufzuarbeitende Aspekte sind u.a.

  • bisherige Entwurzelungserlebnisse und -erfahrungen
    (z.B. Verlust der Eltern, Abbruch des schulischen Lebens)
    Begleitung des Trauer- und Verarbeitungsprozesses
  • Fluchttrauma und Gewalterfahrungen
  • Kennenlernen der hiesigen Kultur und Sprache
  • Erarbeitung notwendiger Handlungskompetenzen
  • Erarbeitung einer realistischen Lebensplanung
  • Begleitung des Reifungsprozesses

 

Hauptanliegen ist es, den jungen Menschen einen neuen Orientierungs- und Beziehungsrahmen zu bieten, um Grundlagen für ein späteres Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit zu schaffen.

 

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Linderung existenzieller Verunsicherungen und Ängste
  • Verarbeitung von Verlust- und Fluchterfahrungen
  • Vertrauensentwicklung zu den unserer Gesellschaftsform zugrundeliegenden Werten und Normen (u.a. Auseinandersetzung mit kulturellen männlichen Rollenbildern im Herkunfts- und Aufnahmeland)
  • interkulturelle und kultursensible Arbeit (Ermöglichung eines Kulturtransfers)
  • Vermittlung der hiesigen Strukturen und Umgangsformen
  • Erlernung der deutschen Sprache als Grundvoraussetzung gelingender Integration
  • Vermittlung von Kenntnissen hinsichtlich der Behörden, Institutionen und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten
  • Schulbildung [Anmeldung in öffentliche Regelschulen angesichts der bestehenden Schulpflicht, wenn keine individuellen Sachverhalte (Sprachbarrieren, Traumata o.ä.) dem entgegenstehen]
  • Ermöglichung einer Berufsqualifikation (Erlernen von Arbeitskompetenzen)
  • Unterstützung bei der Identitätsfindung im neuen kulturellen Kontext
  • Erlernen einer selbstständigen Bewältigung des Alltags
  • Verhinderung strafrechtlich relevanter Entwicklungen (z.B. illegaler Gelderwerb zur Abzahlung von Schlepperschulden oder finanziellen Unterstützung der Herkunftsfamilien)
  • Herstellung einer gesundheitlichen Stabilität
  • Unterstützung im Umgang mit einer unsicheren Aufenthaltsperspektive

Räumliche Gegebenheiten

Die Wohngruppe befindet sich am Hauptsitz der Einrichtung im ländlich gelegenen Stadtteil Melle-Riemsloh. Bis zum Ortskern sind es ca. 2 km, bis nach Melle-Mitte ca. 9 km. In direkter Nachbarschaft zur Wohngruppe befinden sich weitere Wohngruppen der Einrichtung sowie die einrichtungseigene Förderschule (ESE). Alle weiteren Schulformen sind in unmittelbarer Nähe der Einrichtung und entweder bequem mit dem Rad oder über eine angrenzende Bushaltestelle mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar (die Klienten erhalten eine Monatsfahrkarte für den ÖVPN, um eine angemessene Mobilität - z.B. zu Schulen und/oder Ausbildungsstätten gewährleisten zu können.

Das Hünenburggelände bietet gute Voraussetzungen für eine erlebnispädagogische Freizeitgestaltung. Zu ihm gehört ein angrenzender überschaubarer Wald mit kleinen Wildbächen und einem Steinbruch. Ein Spiel-, ein Fuß- und ein Basketballplatz sowie eine Turnhalle und ein Beachvolleyballfeld können auf dem Gelände mit genutzt werden, ein Freibad befindet sich im nahegelegenen Ortskern.

Die Wohngruppe erstreckt sich über eine Wohnetage, in denen die Klienten neben den gemeinsam genutzten großzügigen Gruppenräumen in Einzel- oder wahlweise Doppelzimmern wohnen.




Kinder- und Jugendhilfe Hünenburg | Ev.-luth. Stiftung Hünenburg | Hünenburgweg 64 | 49328 Melle
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