Wohnen

Betreutes

Leitgedanken
Das „Betreute Wohnen“ ist ein niedrigschwelliges stationäres Angebot für junge Menschen, die kurz- oder mittelfristig nicht bzw. noch nicht in der Lage sind, sich in der Gesellschaft gänzlich selbständig zu bewegen.
Eine ambulante Betreuungsmaßnahme in eigenem Wohnraum würde eine Überforderung darstellen, während dagegen eine stationäre Unterbringung in einer Regelwohngruppe eine zu intensive Form der Begleitung wäre. Das Betreute Wohnen versteht sich auch als Anschlussmaßnahme nach einer Betreuung im Wohngruppenkontext. In diesem Zusammenhang kann dieses Angebot des "In-einer-Wohngemeinschaft-Lebens" ein nächster Schritt der Verselbstständigung sein.


Platzzahl / Aufnahmealter
5 Plätze für junge Menschen (m/w/d) ab 16 Jahren


Rechtsgrundlagen des Angebotes
§§ 27, 34, 35a, 41 SGB VIII
§§ 99, 102, 113 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 i.V. mit § 78 SGB IX (Einzelfallentscheidung)



Aufnahmekriterien
  • Störungen und Probleme im Bezugs- und Familiensystem
  • Entwicklungsstörungen und/oder emotionale Defizite
  • Psychosoziale und/oder psychosomatische Störungen
  • Geringe allgemeine Belastbarkeit
  • Vereinsamungstendenzen
  • Kein Leben in einer Wohngruppe möglich

Methoden und Ziele
Wir stützen uns auf methodische Ansätze aus Familien- und Sozialtherapie auf der Grundlage einer systemischen Sichtweise. Dabei möchten wir Problembereiche bewertungsfrei erkennen und zukunftsorientiert lösen. Es wird eine Synthese von Erziehung und ganzheitlich therapeutischem Milieu angestrebt.
Unser zentrales Ziel ist, benachteiligten jungen Erwachsenen gleiche Lebenschancen zu eröffnen wir jungen Menschen aus sozial intakten Verhältnissen. Durch eine adäquate Unterstützung sowie Förderung und Begleitung der Autonomiebestrebungen sollen die Klienten auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und selbstständigen Lebensführung unterstützt werden. Dies wollen wir durch eine individuelle und beziehungsnahe Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sowie schulischer und beruflicher Kompetenzen erreichen.

Ziele für den jungen Menschen in einem geschützten Rahmen könnten sein:


Erarbeitung eines eigenen Lebenskonzeptes

  • Bereitstellung und Stabilisierung einer sinnvollen Tagesstrukturierung
  • Vorbereitung auf selbständiges Wohnen
  • Begleitung bei Ämter- und Behördengängen
  • Unterstützung bei Rechtsverfahren (Gericht, Anwalt, Jugendgerichtshilfe etc.)
  • Unterstützung bei Arztbesuchen, Therapien, Medikamenteneinnahme, Sportangebote etc. (Gesundheitsfürsorge)
  • Erarbeitung, Ausbildung und Stabilisierung schulischer und/oder beruflicher Kompetenzen (Unterstützung bei der Ausbildungs- oder Berufswahl, Kontaktherstellung und –begleitung zur Bundesagentur für Arbeit, Erstellen von Bewerbungen etc.).


Entwicklung eines eigenen Identitätsgefühls z.B. in Bezug auf

  • die Wahrnehmung und Erweiterung individueller Kompetenzen
  • das Erlernen eines adäquaten Umgangs mit den vorhan-denen materiellen und finanziellen Ressourcen (Geldverwaltung, Schuldenregulierung, Kaufverträge etc. im Rahmen der Vermögensfürsorge)
  • den Aufbau einer beruflichen Perspektive, aus der sich ökonomische Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Anerkennung ableiten lassen
  • den Umgang mit Sexualität (Literatur, Gespräche, Schutzmaßnahmen, Erörterung und Festlegung moralischer und ethischer Grenzen etc.)
  • den Umgang mit der eigenen Kreativität, Freizeitgestaltung (Interessenförderung und Motivation).


Gestaltung eines sozialen Umfeldes

  • Entwicklung eines sozialen Netzwerkes (gemeindliche Verortung, Zugang zu Vereinen ermöglichen, Aufbau eines Bekannten- und/oder Freundeskreises etc.)
  • Umgang mit Angehörigen (Familie und Verwandtschaft).


Selbstverständlich werden zusammen mit jedem einzelnen jungen Erwachsenen individuelle Ziele erarbeitet. Diese werden stetig reflektiert, überprüft und ggf. erweitert oder verändert. Dabei wird stets darauf geachtet, dass die Ziele möglichst viele Lebensbereiche ansprechen. Durch eine Vielfalt der Methoden versuchen wir gemeinsam mit den Klienten diese Ziele zu erreichen.


Räumliche Gegebenheiten

Das Angebot des Betreuten Wohnens wird an folgenden Standorten durchgeführt:


  • Haus Nordblick (4 Plätze) 
    2 Appartements und zwei Zimmer mit Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsräume am Hünenburgweg 64,49328 Melle

  • Einliegerwohnung (1 Platz)
    1 Appartement am Hünenburgweg 64, 49328 Melle

  • Haus am Roten Gang (4 Plätze) (Befindet sich im Aufbau)
    2 Appartements in einem geräumigen Haus mit Garten am Roter Gang 9, 49324 Melle

 

Die Klienten leben in geräumigen Einzelzimmern oder Appartements, die sie über die vorhandene Möblierung hinaus nach eigenen Vorstellungen weiter einrichten können. Küche (mit vorhandenem Grundstock an Ausstattung) und Bad werden i.d.R. gemeinschaftlich genutzt. Alle Wohnbereiche verfügen über einen Internetzugang mit der Möglichkeit der WLAN-Nutzung.

 

 


Das Haus Nordblick und die Einliegerwohnung befinden sich in ländlicher Lage in Melle-Riemsloh, ca. 9 km vom Zentrum der Stadt Melle und nur ca. 1 km vom Ortskern Riemsloh entfernt. In Riemsloh befinden sich alle  notwendigen Ämter, Behörden, Geschäfte etc., die ein selbstständiges Leben vor Ort (selbst ohne die Möglichkeit einer eigenständigen  Mobilität z.B. durch Mofa oder PKW) ermöglichen. Das Haus liegt am Einrichtungshauptgelände der Kinder- und Jugendhilfe Hünenburg.

An das Gelände angrenzend befindet sich eine Bushaltestelle, die regelmäßig angefahren wird. Das Haus selber ist zweigeschossig und bietet maximal sechs Jugendlichen oder jungen Erwachsenen in geräumigen Zimmern bzw. Einzelappartements ausreichend Raum zum Wohnen. Neben einer großen Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsräumen gehören mehrere Bäder, ein Waschkeller und ein großzügiger Garten zum Haus. Ein Mitarbeiterbüro befindet sich ebenfalls im Haus.

 

Das Haus Roter Gang 9 befindet sich im Stadtzentrum von Melle. Als Mittelzentrum hält Melle alle wichtigen Strukturen einer persönlichen alltäglichen sowie der ärztlichen und therapeutischen Versorgung vor. Im Melle sind alle Schulformen bis hin zu berufsbildenden Schulen ansässig. 

Mit rund 46.000 Einwohnern ist Melle die größte Stadt im Landkreis Osnabrück und liegt etwa in der Mitte von Osnabrück (25 km westlich), Herford (25 km östlich) und Bielefeld (25 km südlich), zwischen dem Wiehengebirge im Norden und dem Teutoburger Wald im Süden. Einige Stadtteile Melles grenzen an das Bundesland Nordrhein- Westfalen.
Die Stadt bietet eine Vielzahl von Sport – und Freizeitmöglichkeiten.
Eine therapeutische und psychologische Versorgung in ortsnahen Praxen ist möglich, in Osnabrück befinden sich Psychiatrische Kliniken für Minderjährige und Erwachsene.




Kinder- und Jugendhilfe Hünenburg | Ev.-luth. Stiftung Hünenburg | Hünenburgweg 64 | 49328 Melle
Tel.+49 (0) 5226 / 9861-0 | Fax+49 (0) 5226 / 9861 - 11 | info@huenenburg.com