Ferdinand-Rohde-Schule
Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung (ESE)
Selbstverständnis und methodische Grundlagen
Die Schulprobleme unserer Schüler sind so erheblich, dass sie an anderen Schulen nicht mehr unterrichtet werden können. Sie haben oft monatelang keine Schule mehr besucht, so dass große Lücken in ihrem Schulwissen entstanden sind. Besondere Schwierigkeiten haben die Jugendlichen, die sich meist wegen extremer Lernschwächen dem Unterricht durch Arbeitsverweigerung oder Schule schwänzen über Jahre entzogen haben und oft erst im letzten Schulbesuchsjahr in unsere Einrichtung kommen. Schule heißt für diese Jugendlichen Misserfolg, Enttäuschung, Versagen. Unsere Schule soll den Schülern Lernerfahrungen über „Kopf, Herz und Hand“ ermöglichen.
Dieser handlungsorientierte Unterricht muss besonders gestaltet sein:
- kleine Klassen oder Einzelunterricht, damit erst einmal wieder das Lernen gelernt werden kann
- Stundenpläne, die an den Möglichkeiten und Interessen des einzelnen Schülers orientiert sind
- stark strukturierter Unterricht, der helfen soll, den Schüler wieder an Regeln zu gewöhnen
- Lernen in fächerübergreifenden Projekten
- produktorientieres Lernen
- Beziehungsangebot des einzelnen Lehrers
- abwechselnd mit offenen Unterrichtsformen, die das eigene Handeln in den Vordergrund stellen (Lernwerkstätten)
Aufnahmevoraussetzungen
Anmeldungen erfolgen durchgängig.
Zuweisung durch die Schulaufsichtsbehörde (Landesschulbehörde) nach Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Bereich emotionale und soziale Entwicklung.
Das Verfahren kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten oder Beschluss der Klassenkonferenz eingeleitet werden.
Platzzahl
- 48 Schulplätze – 6 Klassen (Klassenstärke maximal acht Schüler)
Unterrichtsrichtlinien
- der Grundschule
- der Hauptschule
- der Schule für Lernhilfe/Erziehungshilfe
Schulabschluss
- Hauptschulabschluss
Lernwerkstätten
- Eine zusätzliche Möglichkeit praktischen Lernens und der Öffnung von Schule sehen wir in der Einrichtung von Lernwerkstätten an unserer Schule. Lernen durch Handeln als Verbindung von Unterricht im Klassenraum und dem praktischen Tun in den Lernwerkstätten befähigt auch extrem schwierige Schüler, Erfolge zu erzielen.
- Unser Werkstattangebot ist projekt- und berufsbezogen. Die Lernwerkstätten werden von Schülern ab dem 8. Schulbesuchsjahr besucht.
- Zurzeit arbeiten wir an einem Tag in der Woche in den Werkstätten „Holz“, „Küche“, „Kaufmännische-“ und in der „Fahrradwerkstatt“. In unserer Schulküche bereitet die Werkstatt „Küche“ das Mittagessen für alle Werkstatteilnehmer zu. Das gemeinsame Essen ist ein wichtiger Aspekt unserer pädagogischen Arbeit.
- Jeder Schüler unserer Schule absolviert außerdem in der 8. und 9. Klasse ein zwei- bis dreiwöchiges Betriebspraktikum außerhalb unserer Einrichtung.
Die Ferdinand-Rohde-Schule versteht sich als Übergangsschule, d.h. es wird angestrebt, die Schüler, wenn möglich, wieder in die öffentliche Regelschule zu integrieren.
Schülern, bei denen die Rückführung in die Regelschule nicht möglich ist, bieten wir den Hauptschulabschluss an.
Die Ferdinand-Rohde-Schule steht sowohl den Kindern und Jugendlichen, die in der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Hünenburg leben, als auch Mädchen und Jungen der Region offen.
Besondere Angebote
- Integrations- und Gewaltpräventionsprogramm für Schüler mit auffallend gewalttätigen Handlungsmustern (Konflikttraining)
- Bewegungsfördernder Sport- und Freizeitschulhof
- Erlebnispädagogische Maßnahmen
- Unterstützung durch Schulsozialpädagogen
Schulsozialpädagogischer Dienst
Die Mitarbeiter im Sozialpädagogischen Dienst - mit langjähriger Berufserfahrung auf dem Gebiet der stationären Jugendhilfe - unterstützen darüber hinaus das Angebot der Ferdinand-Rohde-Schule. Zu ihren beziehungsorientierten Aufgaben gehört auch, Ansprechpartner für private Fragen und Probleme zu sein.
Zum Tätigkeitsbereich gehören
- individuelle Einzelförderung schwer beschulbarer Schüler (Krisenbüro)
- Wiedereingliederung in den Regelunterricht
- Kontakte zu Eltern bzw. Wohngruppen
- besondere Fördermaßnahmen (z.B. Konzentrationsübungen, Einüben von Entspannunstechniken o.ä.)
- individuelle Begleitung bei ADS
- Hausaufgabenhilfe bzw. Durchführung von Freizeitangeboten im Nachmittags- oder Abendbereich
- Arbeiten mit aktuellen Medien

